Tests im ersten Drittel der Schwangerschaft können Hinweise auf das Down-Syndrom liefern. Damit steht eine schwierige Entscheidung an.

Die Journalistin Sandra Schulz erhielt im vierten Schwangerschaftsmonat die Auskunft, dass ihr Baby höchstwahrscheinlich Trisomie 21, also das Down-Syndrom, hat. Sie hatte einen Praena-Bluttest gemacht. Er zählt zu den Leistungen, die man bei Interesse selbst bezahlen muss und kostet etwa 300 – 400 Euro. Der Test gilt als sehr zuverlässig, da im Blut der Mutter DNA des Kindes zu finden ist. Absolute Sicherheit liefert er allerdings nicht.

Baby mit vielen Fehlern

Wie schwer das Baby durch die Trisomie körperlich und geistig beeinträchtigt sein wird, verrät der Test auch nicht. Doch bei dieser einen Prognose für das Baby blieb es nicht, die Ärzte fanden noch mehr Schäden: einen schweren Herzfehler und viel Wasser im Gehirn. „Das ganze Kind hat so viele Fehler“ sagte einer der behandelnden Ärzte zu Sandra Schulz und dieser Satz blieb hängen. Sie hat aus der Erfahrung ihrer Schwangerschaft, der Geburt und der ersten Zeit mit ihrer Tochter ein Buch geschrieben, das dieses Zitat als Titel trägt.

Während der Schwangerschaft kam sie sich vor, als hätte sie kein Baby, sondern einen Tumor im Bauch. Dennoch brachte sie einen Abbruch nicht übers Herz. Ihre Tochter Marja ist heute zwei Jahre alt und ein ganz normales Kind mit Down-Syndrom. Die Entscheidung für ihr Kind ist nicht schnell gefallen, sie hatte bereits einen Termin für die Abtreibung ausgemacht, ist aber nicht hingegangen.

Hohe Abbruchquote

In Deutschland brechen über 90 Prozent der Frauen ihre Schwangerschaft nach einer solchen Diagnose ab. In manchen Ländern ist die Quote sogar noch höher, etwa in Island, wo die teuren Tests vom Gesundheitswesen bezahlt werden. Es gibt in einem solchen Fall sowohl nachvollziehbare Gründe für einen Abbruch als auch für eine Fortsetzung der Schwangerschaft. Diese schwierige Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen. Wer diese Entscheidung niemals treffen will hat noch eine Möglichkeit: gar nicht erst zu testen.

Foto: © drubig / Fotolia.com

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