Es ist der erste Schritt für Frauen mit Kinderwunsch: Den eigenen Zyklus besser kennenzulernen und zu wissen, wann die fruchtbaren Tage sind.

Zahlreiche auch zu Hause messbare und spürbare Veränderungen verraten, wann die einzelnen Zyklusphasen stattfinden und wie lang der eigene Zyklus ist.

Frauen, die sich noch nicht intensiver mit ihrem Zyklus beschäftigt haben, kennen oft nur ein oder zwei markante Beobachtungen. Das ist neben der Periodenblutung manchmal ein leicht ziehender Schmerz im Unterleib, der den Eisprung begleiten kann. Wer einen regelmäßigen Zyklus hat, kann seine Periode oft gut vorhersagen, doch wann genau ist der Eisprung? Für den Erfolg der natürlichen Familienplanung ist es sehr hilfreich, seinen Zyklus zu kennen und seine fruchtbaren Tage genau bestimmen zu können.

Den Zyklus kennenlernen
Frauen, die ein paar Veränderungen an ihrem Körper regelmäßig festhalten, lernen ihren Zyklus besser kennen und wissen auch um ihre fruchtbaren Tage.

Erste Zyklus-Hälfte

Ein neuer Zyklus beginnt rein rechnerisch mit dem ersten Tag der Periodenblutung. Dann geht die Eizelle des vorangegangenen Zyklus ab und eine neue wird gebildet. Dazu schüttet die Hirnanhangdrüse (auch: Hypophyse) das Follikel stimulierende Hormon (FSH) aus. Unter dessen Einfluss wächst an einem Eierstock, manchmal auch an beiden, ein Follikel heran. Dieser reift etwa zwei Wochen und ist dann eine rund zwei Zentimeter große und mit Flüssigkeit gefüllte Blase. Der Follikel produziert auch selbst Hormone: Er gibt Östrogene frei. Diese sorgen dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird, dass Zervixschleim produziert wird und dass der Muttermund sich wenige Millimeter öffnet. Damit bereitet sich der Körper jeden Zyklus aufs Neue auf eine mögliche Befruchtung und Einnistung vor.

Ist der Follikel fertig ausgereift und hat eine maximale Menge an Östrogenen ausgeschüttet, regt das wiederum die Hirnanhangdrüse an: Sie produziert jetzt das Luteinisierendes Hormon (LH), das den Eisprung auslöst. Durch LH-Tests (auch: Ovulationstests) ist es im Urin nachweisbar. Sobald ein solcher Test positiv anschlägt, kann man innerhalb der nächsten 24-36 Stunden mit dem Eisprung rechnen. Das Ei wird vom Follikel in den Eileiter abgegeben und wandert dort Richtung Gebärmutter. Der ziehende Schmerz im Unterleib, den manche Frauen jetzt spüren, ist aber nicht unbedingt deckungsgleich mit dem Eisprung. Manche Frauen nehmen ihn auch mehrere Tage infolge wahr. Woher er kommt ist noch nicht ganz geklärt – es kann an der Größe des Follikels liegen oder an der ausgetretenen Follikelflüssigkeit.

Zweite Zyklus-Hälfte

Im Eileiter wartet die Eizelle auf Samenzellen und eine Befruchtung. Das Zeitfenster dafür ist aber nicht groß: Es dauert nur rund 12-24 Stunden. Findet in diesem Zeitraum keine Befruchtung statt oder geht sie schief, stirbt die Eizelle in der Gebärmutter ab. Bei der nächsten Periode, etwa zwei Wochen nach dem Eisprung, wird sie dann mitsamt der nicht mehr benötigten Gebärmutterschleimhaut und etwas Blut abgestoßen.

Im Falle einer Befruchtung wandert die Eizelle allerdings ein paar Tage durch die Gebärmutter und sucht sich einen geeigneten Platz für die Einnistung. Hat sie ihn gefunden, gräbt sie sich tief in die Gebärmutterschleimhaut ein – ein Vorgang, den manche Frauen, ähnlich wie den Eisprung, durch ein leichtes Ziehen, manchmal auch durch eine leichte Schmierblutung, bemerken. Hat sich die befruchtete Eizelle fertig eingenistet, sendet sie hormonelle Signale an den Eierstock. Dort wird dann das Hormon Progesteron produziert, das für den Erhalt der jungen Schwangerschaft zuständig ist. Es sorgt dafür, dass die Schleimhaut nicht abgestoßen wird und es zu keiner Periodenblutung kommt.

Zyklus_Uniklinik Bonn
Wer noch einmal sehen und hören möchte, wie die einzelnen Phasen des Zyklus ablaufen, kann sich diese interaktive Grafik der Abteilung Reproduktionsmedizin der Uniklinik Bonn anschauen.

Länge und Regelmäßigkeit

In gynäkologischen Lehrbüchern wird ein Zyklus von 28 Tagen als perfekt beschrieben. Gezählt wird der Zeitraum zwischen den jeweils ersten Periodentagen: Der Zyklus beginnt am ersten Blutungstag und endet mit dem letzten Tag vor der nächsten Blutung. Es muss aber keine Frau beunruhigt sein, wenn ihr Zyklus ein paar Tage kürzer oder länger ist, oder wenn die Zykluslängen leicht schwanken. Erst eine Länge von über 35 Tagen oder starke Unregelmäßigkeiten sollten ärztlich abgeklärt werden, denn hier können eventuell hormonelle Störungen vorliegen. Entscheidend für den Kinderwunsch ist aber nicht die Länge eines Zyklus, sondern die Tatsache, dass auch ein Eisprung stattfindet. Es ist etwas erschwert, diesen festzustellen, wenn der eigene Zyklus vom Lehrbuch-Ideal abweicht. Unmöglich ist es aber keineswegs, wie die im Folgenden beschriebenen Methoden zeigen.

Was der Körper über den Zyklus verrät

Da nur wenige Frauen einen Zyklus haben, nach dem man die Uhr stellen kann, sollte man seinen eigenen Zyklus durch Beobachtung und ein paar einfache Methoden besser kennenlernen. Dazu gibt es eine Reihe von einfach durchzuführenden Methoden, die einzeln oder auch kombiniert verraten, wann die eigenen fruchtbaren Tage stattfinden.

Zu den verbreiteten Formen der Zyklus-Beobachtung gehören folgende Methoden:

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