In unseren Mai-News geht es um Ethik in der Reproduktionsmedizin und um schlagfertige Antworten.

Biblische Fragen

Bei Kinderwunsch-Behandlungen scheiden sich die Geister: Für die einen ist es eine medizinische Hilfe wie andere Behandlungen auch – für die anderen geht es in die Richtung „Gott spielen“. In einem Interview erläutert Ethiker Hans-Ulrich Dallmann die heute technischen Möglichkeiten und die ethischen Grenzen der Reproduktionsmedizin. Manche Themen sind dabei älter, als man auf den ersten Blick meint, etwa die heute umstrittene Leihmutterschaft: „Die Geschichte von Kinderwunsch und Leihmutterschaft kennen wir sogar aus der Bibel. Das ist die Geschichte von Abraham und seinen beiden Söhnen Ismael und Isaak.“

Schlagfertig sein

Ethische Fragen fühlen sich in der Theorie oft ganz anders an als in der Praxis. Die 29-Jährige Carina aus Düsseldorf geht offen mit ihren Kinderwunsch-Behandlungen um. Doch sie erlebte viele negative Reaktionen. Diese reichten von „Es wird schon seine Gründe haben warum du nicht schwanger wirst…“ bis „Ihr spielt da Gott!“. Doch sie und ihr Partner haben sehr genau überlegt, wie weit sie gehen möchten. Carina kam zu dem Schluss „dass ein Herzschrittmacher oder beispielsweise eine Wiederbelebung auch ‚Gott spielen‘ sein müsste. Demnach habe ich mir nach einiger Zeit aus solchen Aussagen nie viel gemacht und immer mit meiner Gegentheorie gekontert. Da wurde es dann schnell ruhig.“

Zwei Paare, ein Kind

In den Niederlanden sind Co-Elternschaften nicht mehr ganz so exotisch wie hierzulande. Eine dieser Familien erzählt ihre besondere Geschichte nun ganz öffentlich: Der kleine Quinten wächst mit einem schwulen Paar und einem lesbischen Paar auf und ist mit jeweils einem der Partner verwandt. Die Paare sind befreundet und wohnen in der Nähe – ein Geschwisterchen ist bereits unterwegs. Da die Familie im Fernsehen aufgetreten ist, diskutiert das Land dieses neue Familienmodell. Im Gespräch ist auch, das Gesetz anzupassen, sodass künftig bis zu vier Personen das Erziehungsrecht für ein Kind ausüben können.

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