Produktion am laufenden Band: An einer guten Spermien-Qualität ist die Ernährung des Mannes nicht ganz unschuldig. Alle drei Monate produziert der männliche Körper neue Samenzellen.

Wichtig ist daher vor allem in der Kinderwunschzeit, dass man seinen Körper optimal mit Nährstoffen versorgt.

Während bei der Frau regelmäßig bereits vorhandene Eizellen nur noch reifen müssen, hängt die Fruchtbarkeit beim Mann davon ab, dass immer wieder neue Spermien hergestellt werden. Der Körper benötigt dafür ganz bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Wenn es zu einem Mangel durch einseitige oder ungesunde Ernährung kommt, kann dies zu einer schlechteren Spermien-Qualität führen. Im Normalfall reicht eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse, gesunden Kohlenhydraten wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Kartoffeln oder Reis und auch regelmäßig Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte vollkommen aus. Dennoch liegt in der Ernährung eine Chance, die eigene Spermien-Qualität zu verbessern. Es lohnt sich für jeden Mann, mindestens drei Monate vor der geplanten Zeugung mit einer besseren Ernährung zu beginnen.

Wer auf seine Nährstoffversorgung achtet, kann seine Fruchtbarkeit verbessern.
Wer auf seine Nährstoffversorgung und die Einnahme bestimmter Vitamine achtet, kann seine Fruchtbarkeit verbessern.

 

Für die Fruchtbarkeit des Mannes sind folgende Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente besonders wichtig:

  • Vitamin C und E
  • Folsäure
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Zink und Magnesium
  • Selen

Vitamine für gute Spermien-Qualität

Aus der großen Gruppe der Vitamine sind besonders die Vitamine C und E für die Qualität der Spermien wichtig. Vitamin C ist normalerweise in hoher Konzentration in der Samenflüssigkeit erhalten. Es hat die Aufgabe, das Ejakulat ausreichend zu verflüssigen. Außerdem hat es auch einen Einfluss auf die Qualität der Spermien: Ein Mangel an Vitamin C kann zu mehr DNA-Schäden in den Samenzelle führen. Wer über die normale Ernährung mehr Vitamin C zu sich nehmen möchte, greift am besten zu Zitrusfrüchten. Schon ein bis zwei Orangen decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Aber auch in Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl und Sauerkraut ist sehr viel Vitamin C enthalten. Zuviel Vitamin C kann übrigens nicht schaden – der Körper scheidet es einfach aus.

Es wird empfohlen, Folsäure über ein Präparat zu ergänzen, da man die empfohlene Tagesdosis in der Regel nicht über die Ernährung aufnehmen kann.

Vitamin E hat einen anderen Einfluss: Es wirkt sich auf die Spermiendichte im Ejakulat aus, indem es die Bildung neuer Spermien anregt. Viel Vitamin E ist in Vollkornprodukten, Eigelb und Nüssen enthalten, außerdem in hochwertigen Pflanzenölen aus Raps, Sonnenblumenkernen oder Oliven.

Folsäure, auch bekannt als Vitamin B12, beugt Gendefekten in den Samenzellen vor. Sie ist reichlich in Spinat, Kohlgemüse und Hülsenfrüchten enthalten. Es wird jedoch empfohlen, Folsäure bei Bedarf über ein Präparat zu ergänzen, da man die empfohlene Tagesdosis in der Regel nicht über die Ernährung aufnehmen kann.

Testosteron-Level erhöhen

Ein weiterer wichtiger Baustein für eine gute Spermien-Qualität sind hochwertige Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken sich positiv auf den männlichen Hormonhaushalt aus und regen die Spermien-Produktion an. Besonders viele Omega-3-Fettsäuren sind in Fischen wie Lachs, Makrele, Hering, Thunfisch und Sardinen enthalten, auch in Raps- und Leinöl sowie in Walnüssen. Optimal ist es beispielsweise, zweimal in der Woche Fisch zu essen. Alternativ können Omega-3-Fettsäuren auch in Kapselform ergänzend zur normalen Ernährung eingenommen werden.

Fruchtbarer mit Mineralstoffen

Zink hat ebenfalls eine hormonelle Wirkung: Es fördert die Produktion des männlichen Hormons Testosteron. Dadurch hat es einen Einfluss auf die Anzahl der Spermien und auch auf ihre Beweglichkeit. Umgekehrt kann zu wenig Zink zu einem Mangel an Samenzellen und zu langsamen Schwimmern führen. Viel Zink kommt vor allem in Vollkornprodukten, Haferflocken, Hülsenfrüchten, Sojabohnen, rotem Fleisch, Käse und Paranüssen vor.

Magnesium sorgt für die optimale Reifung der Spermien. Nur ausgereifte Samenzellen sind in der Lage, die Eizelle zu befruchten. Um einem Magnesiummangel vorzubeugen, sollten regelmäßig Lebensmittel wie Haferflocken, Hülsenfrüchte, Hirse, Reis, Soja, Nüsse oder Vollkornbrot in der Ernährung vorkommen. Zink und Magnesium lassen sich aber auch gut durch Nahrungsergänzungsmittel ergänzen.

Spurenelement mit großer Wirkung

Selen ist für den Aufbau der Spermien mitverantwortlich. Das Spurenelement bildet die Hülle der Samenzellen entscheidend mit und hilft in der Rolle als Antioxidans, das Erbgut vor schädlichen Einflüssen zu schützen. So kann Selen die Folgen von Umweltgiften abschwächen. Das Spurenelement kann über die Ernährung in vielfältiger Form aufgenommen werden, etwa durch Fisch, Fleisch und Nüsse. Eine Unterstützung durch Nahrungsergänzungsmittel ist auch möglich. Hier sollte aber auf die Dosierung geachtet werden: Mehr als 30 Mikrogramm pro Tag sollten nicht zusätzlich aufgenommen werden.

Der Einfluss der Ernährung auf die Spermien-Qualität ist erwiesen. Allerdings gibt es keine Garantie darauf, dass ein gesünderer Speiseplan oder die Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln das Spermiogramm deutlich verbessert. Einschränkungen der Fruchtbarkeit – wie zu wenige, zu langsame oder deformierte Spermien – können auch ganz andere Ursachen haben. Wer es dennoch ganz genau wissen möchte, kann beim Urologen ein Spermiogramm machen lassen, sich dann für mindestens drei Monate nährstoffreicher ernähren und anschließend durch einen erneuten Test die Wirkung der Ernährungsumstellung auf die Spermien-Qualität überprüfen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Comment *