Gut zwei Wochen nach dem Eisprung zeigen normale Schwangerschaftstests schon ein zuverlässiges Ergebnis an. Worauf muss man dabei achten?

Eine beginnende Schwangerschaft verrät sich recht früh durch das Hormon HCG (Humanes Choriongonadotropin). Es wird in der Plazenta gebildet und gelangt von dort zuerst ins Blut und einige Tage später auch in den Urin der werdenden Mutter. Die Plazenta muss dafür noch nicht groß sein: Bereits kurz nach der Einnistung wird das Hormon ausgeschüttet. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht abgestoßen wird und die Regelblutung ausbleibt.

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Etwa zwei Wochen nach dem Eisprung ist das Schwangerschaftshormon HCG im Urin feststellbar – ein normaler Urin-Test ist dann positiv.

HCG verdoppelt sich alle 48 Stunden

Die Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG steigt in den ersten Wochen einer Schwangerschaft sprunghaft an. Bei einer intakten Schwangerschaft sollte es sich alle 48 Stunden verdoppeln. Wichtiger als die Höhe des HCG ist der regelmäßige Anstieg. Bleibt dieser Anstieg aber aus – was manchmal bei Blutuntersuchungen festgestellt wird – ist das meistens ein Anzeichen für eine frühe Fehlgeburt. Und die zweite unschöne Nachricht: Leider produzieren auch Eileiterschwangerschaften das Schwangerschaftshormon.

Der richtige Zeitpunkt zum Testen

Es gibt verschiedene Anhaltspunkte dafür, ab wann ein Schwangerschaftstest zuverlässig durchgeführt werden kann. Für Frauen, die ihren Zyklus sehr gut kennen, ist das Ausbleiben der Periode ein guter Indikator. Allerdings kann es auch immer mal zu unregelmäßigen Zyklen kommen, vor allem bei Stress, Krankheiten oder Reisen. Ideal ist, wenn man sich den Tag des Eisprungs notiert hat. Es muss kein Rätsel bleiben, wann der Eisprung stattgefunden hat. Manche Frauen spüren den leichten, stechenden Schmerz auf der linken oder rechten Seite sehr deutlich.

Mit der Temperaturmethode kann der Eisprung zusätzlich sehr genau bestimmt werden: Wer jeden Morgen seine Aufwachtemperatur misst und eine Hochlage von mehr als 14 Tagen feststellt, kann zum Urin-Test greifen und hat gute Chancen auf ein positives Ergebnis. Eine noch eindeutigere Methode ist die Verwendung von Ovulationstests (auch: LH-Tests). Diese speziellen Urin-Tests weisen das luteinisierende Hormon (LH) nach, das den Eisprung auslöst. Es gibt sie genau wie Schwangerschaftstests in jeder Drogerie oder Apotheke zu kaufen. Sobald man einen positiven Ovulationstest gemacht hat, kann man damit rechnen, dass 24-36 Stunden später der Eisprung erfolgt. Bereits zwei Wochen nach dem Eisprung sind normale Urin-Tests sehr zuverlässig.

Folgende Schwangerschaftstests sind zu Hause möglich:

  • Der normale Urin-Test
  • Der Urin-Frühtest

Schwangerschaftshormone im Urin

Das Angebot von klassischen Urin-Tests ist reichhaltig: Von günstig bis teuer, von eindeutiger Aussage bis interpretierbaren Streifen. Die Qualität von heutigen Schwangerschaftstests ist durchweg sehr gut – günstige Tests sind genauso zuverlässig wie teure. Allerdings sind Tests mit einer klaren Aussage („schwanger“ oder „nicht schwanger“) eindeutiger als solche, bei denen man unter Umständen sehr blasse Linien erkennen muss. Der Nachweis einer Schwangerschaft geschieht dabei immer über eine immunologische Reaktion auf dem Teststreifen: Dort befinden sich Antikörper gegen das HCG, die beim Kontakt mit dem Schwangerschaftshormon reagieren.

Die Anwendung eines Urin-Tests ist denkbar einfach: Der Teststreifen wird je nach Herstellerempfehlung für mindestens 10 Sekunden in den Urinstrahl oder in einen Becher mit aufgefangenem Urin gehalten. Dafür wird am besten Morgen-Urin verwendet, weil dort die Hormonkonzentration am höchsten ist. Wer tagsüber testet, sollte in den Stunden vor dem Test nicht viel getrunken haben, um den Urin nicht zu verdünnen. Nach den 10 Sekunden Wartezeit wird der Test auf eine trockene, ebene Fläche gelegt und je nach Herstellerangaben einige Minuten liegen gelassen. Danach ist das Ergebnis ablesbar. Kleiner Tipp: Am besten macht man von einem positiven Test schnell ein Foto, denn die Streifen verändern sich nach einigen Stunden manchmal – ohne dass sich dadurch am Ergebnis etwas ändert!

Frühtest für ganz Ungeduldige

Schwangerschafts-Frühtests funktionieren vom her Prinzip genauso wie normale Urin-Tests. Die Hersteller versprechen allerdings wesentlich empfindlichere Teststreifen und ein Ausschlagen schon bei geringer Hormonkonzentration. So kann man damit schon etwa vier Tage vor dem Ausbleiben der Periode ein Ergebnis erhalten. Frühtests gelten allerdings als eher unzuverlässig, da sie nicht immer eine frühe Schwangerschaft anzeigen. Bei einem negativen Ergebnis sollte der Test also ein paar Tage später wiederholt werden. Ein positiver Frühtest ist hingegen genauso zuverlässig wie ein normaler Urin-Test.

Folgende Schwangerschaftstests sind beim Arzt möglich:

  • Der Bluttest
  • Der Ultraschall

Der Bluttest beim Arzt gibt Gewissheit

Das HCG wandert als erstes ins Blut, daher sind Bluttests auch sehr früh zuverlässig. Etwa eine Woche nach der Befruchtung kann der Frauenarzt das Schwangerschaftshormon nachweisen. In der Regel können die gynäkologischen Praxen ihre Patientinnen noch am selben Tag anrufen und das Ergebnis mitteilen.

Schwangerschaft feststellen per Ultraschall

Einen positiven Urin- oder Bluttest in den Händen zu halten, ist großartig. Doch so richtig glauben können die meisten Frauen das Ergebnis erst, wenn sie etwas sehen. Dafür muss sich die befruchtete Eizelle allerdings erst etwas entwickeln. Frühestens einige Tage nach dem Ausbleiben der Periode kann man per Ultraschall eine kleine Fruchthöhle erkennen. Ob etwas drin ist und ob es sich gut entwickelt, lässt sich dann aber noch nicht sagen. Deswegen ist der erste Ultraschall-Termin in der 5. oder 6. Schwangerschaftswoche ratsam, da man hier eine eindeutige Aussage erhält. Wer es bis zur 7. oder 8. Schwangerschaftswoche aushält, kann beim ersten Anblick seines Kindes auch gleich die ersten Herztöne auf dem Ultraschall sehen.

Umgehen mit dem Testergebnis

Auch wenn es hier um eigentlich zuverlässige Schwangerschaftstests geht, ist manchmal gar nichts eindeutig: Der Test ist negativ, dabei fühlt man sich doch so schwanger. Oder er ist positiv, obwohl man nichts merkt. Hat man vielleicht doch zu früh getestet? Oder war es nur Fehlalarm? Ein selbst durchgeführter Urin-Test kann „falsch negativ“ sein obwohl man schwanger ist, wenn man zu früh testet oder zu viel getrunken hat. In ganz seltenen Fällen können Urin-Tests auch „falsch positiv“ sein. Die Ursache für einen positiven Schwangerschaftstest ohne Schwangerschaft kann in bestimmten Medikamenten zu finden sein. Oder es ist schon kurz nach der Einnistung zu einer Abstoßung gekommen. Auch nach einer Fehlgeburt kann es etwas dauern, bis das Schwangerschaftshormon wieder abgebaut ist.

Je mehr Indizien dafür sprechen, dass man schwanger ist, desto besser: Wer seinen Eisprung kennt, lange genug gewartet hat und einen positiven Test in der Hand hält, ist auf der sicheren Seite. In allen anderen Fällen hilft es, den Test einige Tage später zu wiederholen. Bei anhaltender Unsicherheit verschafft der Frauenarzt mit einem Bluttest beziehungsweise einem Ultraschall Gewissheit. Eins ist sicher: Vom Testen allein wird man nicht schwanger. Man spart sich eine Menge Stress und emotionales Auf und Ab, wenn man lange genug wartet und dann erst zum Schwangerschaftstest greift.

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