Das richtige Timing ist alles bei der natürlichen Familienplanung. Mit Hilfe von Ovulationstests (auch: LH-Tests) lässt sich der voraussichtliche Tag des Eisprungs gut bestimmen.

Wichtig zu wissen ist, wann und wie die Tests korrekt angewendet werden. Auch das richtige Ablesen des Ergebnisses kann ein bisschen Übung erfordern.

Wie funktioniert ein Ovulationstest?

Ovulationstests reagieren auf das luteinisierende Hormon (LH) im Urin. Es steigt kurz vor dem Eisprung stark an und löst den Eisprung auch aus. Die Tests zeigen also in der Regel nur an einem, manchmal auch an zwei Tagen, eindeutig positiv an. Im Prinzip funktioniert ein Ovulationstest wie ein Schwangerschaftstest: Er wird – je nach Packungsanleitung – in einen Becher mit Urin oder direkt in den Urinstrahl gehalten. Nach wenigen Minuten kann man das Ergebnis ablesen.

Wie wendet man die Teststreifen an?

Einige Tage vor dem erwarteten Eisprung sollte mit der täglichen Anwendung der LH-Tests begonnen werden. Am besten macht man das immer zur gleichen Tageszeit. Idealerweise hat man vorher nicht viel getrunken und war einige Stunden nicht auf der Toilette. Aus diesem Grund bietet sich der Morgen an oder der Feierabend. Manchmal empfiehlt auch der Hersteller eine Tageszeit.

Es gibt unterschiedliche Arten von Ovulationstests. Wie bei Schwangerschaftstests gibt es digitale Tests, die das Ergebnis eindeutig anzeigen – etwa mit einem Smiley – und einfache Teststreifen, die mit Linien arbeiten. Letztere sind oft deutlich günstiger, was vielen Frauen bei LH-Tests wichtig ist, denn man verbraucht unter Umständen sehr viele davon. Nach der Anwendung zeigen sie eine Kontrolllinie an, die beweist, dass der Ovulationstest korrekt funktioniert. Spannend ist die zweite Linie, die Ergebnislinie: Ist sie genauso kräftig oder noch kräftiger als die Testlinie, ist der Ovulationstest positiv und der Höhepunkt der LH-Ausschüttung ist erreicht.

Es kann aber sein, dass die Ergebnislinie nicht immer klar positiv ist. Schüttet der Körper ein bisschen LH aus, ist die Ergebnislinie zwar zu sehen, aber noch blasser als die Kontrollinie. Nach ein paar Zyklen gewinnt man ein Gefühl dafür, ab wann ein Ovulationstest eindeutig positiv ist. Kleiner Tipp: Hebt man die Teststreifen eines Zyklus auf und fotografiert sie in der richtigen Reihenfolge, hilft das beim zukünftigen Erkennen der positiven Testaussage.

Welche und wie viele Ovulationstests?

Es ist im Prinzip egal, ob man sich für teure oder sogar digitale Ovulationstests entscheidet, oder die ganz günstigen Teststreifen aus Papier nimmt. Es ist auch eine Frage des Budgets: Wer über viele Monate seinen Eisprung bestimmen möchte, gibt für die teuren Teststreifen unter Umständen viel Geld aus. Die günstigen Ovulationstests sind nicht schlechter, nur manchmal nicht ganz so präzise in ihrer Aussage.

Es macht keinen Sinn, den ganzen Zyklus über Ovulationstests zu verwenden. Frauen, die ihren Zyklus bisher noch nicht genau beobachtet und dokumentiert haben, fangen mit den Tests am besten rund zehn Tage nach ihrem ersten Periodentag an. Die meisten Frauen haben nämlich etwa zwei Wochen nach dem ersten Periodentag ihren Eisprung – viele allerdings auch etwas später und einige sogar etwas früher. Wer so vorgeht und seinen Zyklus immer besser kennenlernt, kommt irgendwann pro Zyklus mit drei oder vier Teststreifen aus.

Was bringen Ovulationstests?

Ovulationstests sind sehr exakt, ihre Genauigkeit liegt bei 98 Prozent. An erster Stelle informieren sie darüber, ob man überhaupt einen Eisprung hat. Wer in mehreren Zyklen keinen positiven LH-Test feststellen kann, leidet womöglich unter einer Eireifungsstörung, die ärztlich abgeklärt werden kann. Allerdings kann es immer mal vorkommen, dass in einem Zyklus kein Ei springt – ab 35 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit auch generell ab und es fällt öfter mal ein Eisprung aus.

Doch bei den allermeisten Frauen zeigen die Tests irgendwann positiv an. Ab dem ersten Tag, an dem ein eindeutig positives Ergebnis abzulesen ist, ist innerhalb von 24-36 Stunden mit dem Eisprung zu rechnen. Ein positiver Ovulationstest ist also eindeutig das Startsignal, um gezielt und am besten mehr als einmal in diesem Zeitfenster mit seinem Partner zu schlafen. Idealerweise direkt zu Beginn, denn Eizellen sind nur knapp einen Tag befruchtungsfähig, während Spermien sogar ein paar Tage im Körper der Frau überleben und auf die Eizelle warten können.

Mehr als eine Methode verwenden

Um seinen Zyklus verlässlich einschätzen zu können, ist mehr als eine Methode zur Zyklusbeobachtung empfehlenswert. LH-Tests können gut kombiniert werden mit der Temperaturmethode oder der Zervixschleimbeobachtung. Gerade Frauen mit unregelmäßigen Zyklen hilft das, die Tage einzugrenzen, an denen sich ein Ovulationstest lohnt. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Nerven.

  • Beispiel Temperaturmethode: Das LH sorgt dafür, dass kurz vor dem Eisprung die Temperatur für einen Tag deutlich sinkt. Dieser oder der nächste Tag sind auch meistens der, an dem ein Ovulationstest positiv anzeigt.
  • Beispiel Zervixschleimbeobachtung: In den Tagen vor dem Eisprung verflüssigt sich der Zervixschleim zunehmend. Ist das zu beobachten, dauert es meistens nur noch ein paar Tage bis zum Eisprung.

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