Zu wenig, zu langsam, zu deformiert – zahlreiche Faktoren können die Spermien-Qualität verschlechtern. Diese Tipps helfen den Spermien auf die Sprünge.

Ein ganzes Bündel von Ursachen kann sich schädlich auf die Qualität und Menge der Samenzellen auswirken und dazu führen, dass es mit dem Nachwuchs länger dauert oder gar nicht klappt. Manche Ursachen sind Schicksal, wie etwa Krankheiten. Andere hängen mit Lebensgewohnheiten oder Umwelteinflüssen zusammen und können durchaus geändert werden. Da Spermien lebenslang neu produziert werden – ihre Reifung dauert etwa 72 Tage – wirken sich schädliche Einflüsse oft sehr unmittelbar aus. Doch die gute Nachricht lautet: Wer seinen Lebenswandel verbessert oder seinen Körper gezielt unterstützt, kann fruchtbarer werden und ein besseres Spermiogramm erzielen. Im Folgenden stellen wir euch die größten Feinde einer guten Spermien-Qualität vor.

Bewegungsmangel macht Spermien lahm

Es besteht ein Zusammenhang zwischen regelmäßiger Bewegung und einem ausreichend hohen Testosteron-Spiegel im Blut. Wer sich zu wenig bewegt, kann deshalb mit der Zeit unter einem Mangel an Testosteron leiden. Dieser beeinflusst den Kinderwunsch gleich doppelt: Zu wenige Sexualhormone schwächen die Libido und reduzieren gleichzeitig die Produktion von Spermien. Ein paar Sporteinheiten pro Woche können die Hormonproduktion ankurbeln – Ausdauersport genauso wie Kraftsport oder Mannschaftssport. Gilt auch, je mehr Sport desto fruchtbarer? Leider nicht, denn wer es übertreibt und extrem intensiv trainiert, reduziert durch die Überanstrengung ebenfalls die Menge des Testosterons. Und was ist mit der Einnahme von synthetischem Testosteron? Auch keine gute Idee, denn Anabolika hemmen die Spermien-Produktion sogar.

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Wer etwas für die Fitness seiner Spermien tun will, sollte sich nicht vor Sport drücken, denn regelmäßige Bewegung lässt den Testosteron-Spiegel steigen.

Ernährung für mehr Spermien-Fitness

Für die regelmäßige Produktion neuer Spermien braucht der Körper ganz bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Wenn es zu einem Mangel durch einseitige oder ungesunde Ernährung kommt, kann dies zu einer schlechteren Spermien-Qualität führen. Wie Männer mit Kinderwunsch sich am besten ernähren, haben wir im Beitrag „Dieses Essen macht Spermien fit“ beschrieben.

Enge Hosen heizen Hoden auf

Ist doch nur Mode? Den Spermien ist es nicht ganz egal, wie ein Mann angezogen ist. Vor allem sehr enge und einschneidende Hosen wie Skinny Jeans oder Radlerhosen können die Fruchtbarkeit verringern. Warum? Sie stören die Durchblutung in der Leistengegend und können zu einem Wärmestau in den Hoden führen – insbesondere, wenn in enger Kleidung lange still gesessen wird. Die Temperatur in den Hoden sollte idealerweise nicht mehr als 35 Grad betragen – aus diesem Grund befinden sie sich schließlich außerhalb des Körperzentrums.

Hitze reduziert Spermien-Qualität

Nicht nur enge Kleidung kann die Temperatur in den Hoden hoch treiben und die Spermien-Qualität verschlechtern, auch regelmäßige Besuche in heißen Pools oder zu lange Sauna-Aufenthalte bekommen den Samenzellen nicht gut. Das Gleiche gilt für die Benutzung von Sitzheizungen oder den Besuch von Solarien. Von all diesen Annehmlichkeiten müssen Männer mit Kinderwunsch nicht grundsätzlich die Finger lassen, doch sie sollten sich diesen Hitzequellen nicht sehr oft und nur kurz aussetzen. Auch hohes Fieber kann kurz darauf zu einer vorübergehenden schlechteren Spermien-Qualität führen.

Schlechte Spermien-Qualität als Nebenwirkung

Verschiedene Krankheiten oder ihre notwendige Behandlung können die Fruchtbarkeit reduzieren – manche wirken sich vor allem auf die Libido aus, andere greifen direkt in die Spermienproduktion ein. So leiden zum Beispiel Diabetiker oft unter niedrigen Testosteron-Werten und damit einhergehend unter einem geringen Samenvolumen und mehr defekten Spermien als gesunde Männer. Zu den Medikamenten, die sich unter Umständen negativ auf die männliche Fruchtbarkeit auswirken, gehören Antidepressiva, Antiepileptika, Diuretika, Betablocker und Opiate. Sehr schädlich für die Spermien-Qualität sind auch Chemotherapien oder Hormontherapien im Rahmen einer Krebsbehandlung. Hier kann es Monate bis Jahre dauern, bis wieder ein gutes Spermiogramm vorhanden ist. Allerdings sollte man trotz Kinderwunsch seine Medikamente niemals auf Verdacht einfach reduzieren oder absetzen. Hier kann nur ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt und einem Urologen weiterhelfen. Eventuell muss während der Kinderwunschzeit nur die Dosierung angepasst oder auf eine alternative Behandlung umgestellt werden.

Störung durch weibliche Hormone

Östrogene werden nicht nur in den Eierstöcken der Frau gebildet, auch der männliche Körper produziert eine gewisse Menge davon. Der Hormonhaushalt des Mannes kann aber empfindlich beeinträchtigt werden durch zu viel Östrogen. Damit kommen Männer im Alltag vielfältig in Berührung. Ein Grund dafür ist die Pille: Über den Urin landet das Östrogen aus der Pille in der Umwelt und vor allem im Trinkwasser. Ohne es zu merken nehmen Männer es auf und manche reagieren darauf sehr empfindlich: Die Spermien-Reifung kann gestört werden. Es gibt auch einige andere Stoffe, die eine östrogenartige Wirkung besitzen. Dazu gehören bestimmte Sorten Weichmacher, Pestizide und Sojaprodukte.

Das mögen Spermien ebenfalls nicht:

  • Zigaretten reduzieren Spermien-Anzahl

Wer raucht, muss damit rechnen, dass sich die Anzahl der Spermien reduziert und unter den wenigen vorhandenen Spermien mehr Defekte auftreten. Wer allerdings Nichtraucher wird, kann sein Spermiogramm deutlich verbessern. Übrigens: Auch rauchende Mütter riskieren, dass ihre Söhne später eine deutlich geringere Spermien-Anzahl haben werden – und zwar dauerhaft.

  • Alkohol senkt Testosteron

Regelmäßige und zu große Mengen Alkohol können dazu führen, dass der Testosteron-Spiegel und damit die Spermien-Anzahl sinkt. Diese Beeinträchtigung normalisiert sich aber wieder, wenn einige Monate nur geringe Mengen oder gar kein Alkohol konsumiert wird.

  • Übergewicht verschlechtert Spermien-Qualität

Die Spermien-Qualität steht in engem Zusammenhang mit dem Body-Mass-Index (BMI), denn Übergewicht kann den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Stark übergewichtige Männer leiden mit höherer Wahrscheinlichkeit unter einer reduzierten Spermien-Anzahl und an mehr unbeweglichen Spermien, als normalgewichtige Männer.

Mütter: Denkt an eure Söhne

Die spätere Fruchtbarkeit eines Mannes wird schon während der Schwangerschaft im Mutterleib geprägt. Deswegen sollten Frauen, die einen Sohn erwarten, auf die hier genannten Einflussfaktoren achten, insbesondere auf schädliche Umwelteinflüsse oder Lebensgewohnheiten. Sie ersparen ihrem Sohn damit womöglich das schwierige Thema Unfruchtbarkeit und erhöhen die Chance auf eigene Enkelkinder.

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